Persönliche Eindrücke von der Expertenrunde zur Münchner Sicherheitskonferenz (MSC)
Dieser Beitrag konnte im Rahmen des Jahresberichtes leider nicht veröffentlicht werden. Daher erscheint er nun auf der Webseite.
Im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 durften wir als Schülersprecher unserer Schule am 13.02.2026 durch Vermittlung unserer GPG-Lehrerin Frau Waltenberger ein vom Jungen Forum der Gesellschaft für Außenpolitik organisiertes Side Event im Amerikahaus besuchen. Für uns war dieser Abend etwas ganz Besonderes und definitiv mehr als nur eine politische Veranstaltung.
Am meisten beeindruckt hat uns, Persönlichkeiten wie Hillary Rodham Clinton (frühere US-Außenministerin) und Yulia Nawalnaya (russische Oppositionsführerin, Witwe des ermordeten Putin-Gegners Alexey Nawalny und Vorsitzende der Human Rights Foundation) live zu erleben. Menschen, die man sonst nur aus den Nachrichten kennt, standen plötzlich direkt vor uns und haben über aktuelle weltpolitische Themen gesprochen. Diese Nähe war für uns kaum zu fassen. Ein unvergesslicher Moment war es, als wir nach der Veranstaltung noch kurz die Möglichkeit hatten, mit Yulia Nawalnaya ein Foto zu machen, bevor sie das Gelände verließ. Diese persönliche Begegnung hat den Abend für uns noch besonderer gemacht.
Die Atmosphäre in der Podiumsdiskussion haben wir als sehr respektvoll wahrgenommen. Trotz der ernsten Themen wie dem Krieg in der Ukraine, den Spannungen mit Russland oder den Veränderungen in den transatlantischen Beziehungen war die Stimmung nicht hoffnungslos. Im Gegenteil: Immer wieder wurde betont, wie wichtig Zusammenhalt, Verlässlichkeit und Optimismus sind. Alle Beteiligten sind sich auf Augenhöhe begegnet. Man hatte das Gefühl, dass unterschiedliche Meinungen möglich sind, aber immer mit gegenseitigem Respekt.
Den Austausch selbst fanden wir spannend und lebendig. Besonders die Emotionen, die man teilweise spüren konnte, haben uns beeindruckt. Vor allem bei Yulia Nawalnaya war deutlich, dass sie nicht nur politisch spricht, sondern aus persönlicher Überzeugung. Das hat uns sehr bewegt. Da wir beide politisch interessiert sind, konnten wir der englischen Diskussion gut folgen. Wir hatten den Eindruck, dass offen und ehrlich gesprochen wurde und dass die Aussagen gut durchdacht waren. Zum Nachdenken gebracht hat uns vor allem der Beitrag von Thordis Kolbrun Gylfadottir (einstige Außenministerin Islands), in dem deutlich wurde, wie wichtig Einheit in Europa und Verantwortung für die gemeinsame Zukunft sind. Auch der französische Minister für Auswärtiges und Europa-Angelegenheiten, Benjamin Haddad, steht für eine junge, motivierte Generation von Politiker/innen, die Kooperation und Austausch als wichtige Basis für den Umgang mit den gegenwärtigen globalen Herausforderungen sehen. Dass wir die Möglichkeit hatten, an so einer Veranstaltung teilzunehmen, sehen wir als große Chance. Es ist nicht selbstverständlich, als Schüler Zugang zu einem Event im Umfeld der Münchner Sicherheitskonferenz zu bekommen. Politik wird dadurch nicht nur Theorie aus dem Unterricht oder Schlagzeile aus den Medien, sondern etwas Reales und Greifbares.
Wir sind außerdem überzeugt, dass solche Veranstaltungen niemals die gleiche Wirkung hätten, wenn sie nur digital stattfinden würden. Die Emotionen im Raum, die Gestik, die Reaktionen des Publikums und die direkte Atmosphäre kann man online nicht in dieser Form erleben. Genau dieses persönliche Erfahren macht es so einprägsam. Für uns war dieser Abend sehr motivierend. Er hat unser Interesse an Politik weiter gestärkt und uns gezeigt, dass junge Menschen durch Formate wie das Junge Forum ernst genommen werden. Dafür sind wir sehr dankbar.

© Text: Vedad Spahic & Luca Marzocca, Schülersprecher der Kerschensteiner Mittelschule
© Bilder: Regina Waltenberger, Vedad Spahic & Luca Marzocca



